Modul zur beruflichen Orientierung

Berufliche Orientierung ist als kontinuierlicher Prozess zu verstehen, den Heranwachsende aktiv und verantwortungsbewusst angehen sollten. Hierzu ist im bayerischen Lehrplan PLUS das Modul zur Beruflichen Orientierung in Jahrgansstufe 9 (Modul BO9) verankert, das im Schuljahr 2021/2022 erstmals umgesetzt wird.

Berufsorientierung stellt hierbei ein eigenes Fach dar und ist in der Stundentafel mit 0,5 Wochenstunden verankert; die Lehrkraft ist als Coach zu betrachten. Leistungsnachweise werden im diesem Modul nicht erhoben; somit ist das Modul selber auch nicht vorrückungsrelevant. Die Teilnahme wird jedoch im Zeugnis mit einer qualifizierenden Bemerkung ausgewiesen.

Die Lehrkräfte nehmen im Modul verstärkt eine begleitende und beratende Rolle wahr und richten ihr Augenmerk darauf, bei den Schüler:innen das intrinsische Interesse zu einer intensiven und verantwortungsbewussten Beschäftigung mit der eigenen beruflichen Zukunft zu wecken. Das Modul BO9 wird durch Lehrkräfte des Faches Wirtschaft und Recht als Leitfach für berufliche Orientierung und idealerweise begleitend zu einem Praktikum (siehe unten) durchgeführt.

Der Prozess der beruflichen Orientierung läuft in vier Phasen ab: Selbstfindung, Information, Entscheidung und Realisierung. Diese werden im Rahmen vieler Fächer unterstützt. Beiträge zur Persönlichkeitsentwicklung der Jugendlichen sowie zur Beruflichen Orientierung sind im Rahmen aller Fächer zu leisten (Vgl. Curriculare Verankerung in den Fachlehrplänen/Fachprofilen).

Das Gesamtkonzept der Berufsorientierung soll sich aus dem Modul BO9, dem P-Seminar in 11 mit Studien- und Berufsorientierungsteil sowie fünf Projekttagen zur Berufsorientierung in 12/13 zusammen setzen. Die Schüler:innen sollten nach Möglichkeit ihr Portfolio aus dem Modul ins P-Seminar weiterziehen.

Betriebspraktikum

Zu den unmittelbar Beteiligten bei einem Betriebspraktikum zählen die Schüler:innen sowie der Praktikumsbetrieb. Die Schule ist für die Durchführung und Organisation des Betriebspraktikums zuständig. Eltern können bei der Suche nach Praktikumsplätzen eine Unterstützung bieten. Auch Verbände und Kammern sind Beteiligte, da sie u. a. mit Leitfäden und Richtlinien im Hinblick auf ein erfolgreiches Praktikum auf die Betriebe einwirken.

Der Ablauf zum Betriebspraktikum soll sich im Wesentlichen in drei Phasen gliedern:

Vorbereitungsphase

  • Vermittlung grundlegender Informationen zur Bewerbung und Praktikumssuche
  • Besprechung von Vorstellungen und Erwartungen seitens der Schüler:innen und der Betriebe
  • Besprechung von Leitfragen zur Beruflichen Orientierung
  • Beschäftigung mit wirtschaftlichen Fragen zum Betrieb sowie zum angemessenen Verhalten im Betrieb

Durchführungsphase

  • Mitarbeit im Betrieb durch die Schüler:innen und Sammeln von eigenen Erfahrungen
  • Aufzeichnungen im Hinblick auf den Praktikumsbericht
  • Betreuung durch die Lehrkräfte – Besuche, Telefonate

Nachbereitungsphase

  • Verfassen eines Praktikumsberichts (Tätigkeiten und Reflexion)
  • Präsentationen/ Wandplakate

eine Bewertung als kleiner Leistungsnachweis im Fach Wirtschaft und Recht ist möglich (Information über formale und inhaltliche Anforderungen