Jugendstil – Made in München. Ein Besuch
Diese Ausstellung „Jugendstil. Made in München“ in der Kunsthalle durfte sich unser Geschichts-Leistungsfach natürlich nicht entgehen lassen. Also trafen wir uns am Abend des 19.03.2025, um im Rahmen des Programms AfterworkKH in diese faszinierende Epoche einzutauchen.
Der Untertitel der Ausstellung „München als Wiege des Jugendstils: Visionäre Kunstschaffende um 1900 legten den Grundstein für Kunst und Design der Moderne“ führte den Besucher direkt ins Zentrum der Ausstellung, in der eine Welt voller geschwungener Linien, floraler Muster und kunstvoller Ornamentik gezeigt wird.
Eindrucksvoll wird dargestellt mit zahlreichen Exponaten wie München um 1900 zur Keimzelle des deutschen Jugendstils wurde. Hier trafen junge Künstler zusammen, um mit neuen Formen, inspiriert von Natur und Handwerk, die Kunst zu revolutionieren. Im Fokus ihrer Betrachtung lag die Jugend, daher auch die Bezeichnung für diese Epoche.
Die Räume der Ausstellung waren thematisch gegliedert und boten ein umfassendes Bild dieser Bewegung. Unsere exklusive und heißbegehrte Afterwork-Führung bot nicht nur einen tiefen Einblick in die stilistischen Merkmale des Jugendstils, sondern auch in dessen gesellschaftliche und kulturelle Bedeutung.
Besonders eindrucksvoll war die Atmosphäre der Ausstellung: Lichtspiele, Farben und Details ließen uns in die Zeit der Jahrhundertwende eintauchen und vermittelte das umfassende Bild des Jugendstils und dessen Umsetzung im realen Leben. Auch die Verbindung von Kunst und Natur wurde eindrucksvoll dargestellt. Pflanzen- und Tiermotive prägten viele Exponate, von feinen Grafiken bis hin zu ornamentalen Architekturdetails.
Beeindruckend gleich zu Beginn das erhaltene Interieur des Mitgründers und Generaldirektor der Münchner Rückversicherungsgesellschaft (heute „Munich Re“) Carl Thieme aus seiner Villa in der Georgenstraße, entworfen von Richard Riemerschmid, von dem ja auch die Gestaltung des Schauspielhauses der Münchner Kammerspiele stammt. Das führte ungemein anschaulich den gesellschaftlichen Auftraggeber- und Rezipientenkreis des Jugendstils vor Augen.
Die Führung verband kunsthistorische Fakten mit lebendigen Anekdoten und zeigte, dass der Jugendstil weit mehr war als eine künstlerische Bewegung, er war Ausdruck eines neuen Lebensgefühls, eines Aufbruchs in die Moderne.
Für uns als Schüler und Schülerinnen sowie für Frau Pippow als Kursleiterin war ein Highlight unter den Fotographien aus dem berühmten Fotostudio Atelier Elvira ein Foto des Königspaares Ludwig III und seiner Frau Maria Therese, die Namensgeberin und Gründerin unserer Schule zu entdecken.
Hier zeigt sich, welche Sogkraft und gesellschaftliche Relevanz dieses Atelier Elvira, welches komplett in der Architektur und Raumausstattung sich dem Jugendstil verschrieben hatte in München um die Jahrhundertwende einnahm. Wenn sich hier sogar der König mit seiner Gemahlin in einer moderner Portraitansicht fotografieren ließ!
Interessant ist das Atelier Elvira auch für die Münchner Frauenbewegung. Geführt wurde dieses nämlich von zwei Frauen, Anita Augspurg und Sophia Goudstikker, die als Paar zusammenlebten und als Begründerinnen der Münchner Frauenbewegung angesehen werden.
Mit neuen Eindrücken und einem anderen Blick auf diese faszinierende Epoche verließen wir die Ausstellung.
Bildrechte: Atelier Elvira, König Ludwig III. von Bayern mit seiner Frau Marie Therese, 9 cm x 14 cm, Münchner Stadtmuseum, Sammlung Fotografie
https://sammlungonline.muenchner-stadtmuseum.de/objekt/koenig-ludwig-iii-von-bayern-mit-seiner-frau-marie-therese-10124514 / CC BY-SA 4.0